Ein Stück Lachs. Um die weltweite Nachfrage nach Fisch decken zu können, gewinnt die Aquakultur immer mehr an Bedeutung. Der Großteil der Lachse auf unseren Tellern stammt aus dem Meer vor Norwegen, wo die Salmoniden auf regelrechten Fischfarmen gezüchtet werden. Foto: Congerphoto/Pixabay

pm/tka Oldenburger Land.
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) lädt Interessierte zum digitalen Tag der Aquakultur am Donnerstag, 7. Oktober, ein. Von 8 bis 13 Uhr (inklusive Pausen) widmen sich kompakte Kurzvorträge aus Politik, Verbänden, Beratung und Betrieb der Frage: „Welche Herausforderungen muss die Aquakultur in Niedersachsen bewältigen, welche Hemmnisse überwinden, um das Potential dieser zukunftsfähigen Technologie flächendeckend zu erschließen?“ Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenfrei.

Eine Anmeldung zum Webseminar ist bis zum 6. Oktober möglich unter bit.ly/aquakultur-digital.

Hintergrund

Jeder Deutsche konsumiert im Schnitt 13,3 kg Fisch pro Jahr, der zu etwa 80 Prozent importiert werden muss. Um die Nachfrage von Fisch, Krebsen, Krabben, Muscheln und Co. weltweit zu bedienen, ist Aquakultur notwendig. 

Zur Steigerung der Eigenproduktion hat jedes EU-Mitglied einen nationalen Strategieplan Aquakultur verfasst, in dem der Ausbau dieses Wirtschaftszweiges vorangetrieben werden soll. „In Deutschland findet aber vor allem aufgrund gesetzlicher Bestimmungen und mangelnder Wirtschaftlichkeit ein Rückgang der Aquakulturbetriebe statt“, erklärt Kammerdirektor Hans-Joachim Harms.

Doch verschärfte Umweltauflagen, verunreinigte Erzeugnisse und das globale Bevölkerungswachstum führen langfristig zu einem Rückgang der Importe aus Asien, wodurch die deutsche Produktion wettbewerbsfähiger wird.

Fischerei in Niedersachsen
Fang und Erzeugung von Fisch und Fischerzeugnissen in Niedersachsen ist über die kleine Hochsee-, Küsten- und Binnenfischerei sowie der Aquakultur möglich. Als traditionelle Form der landwirtschaftlichen Fischerzeugung ist die Karpfen- und Forellenteichwirtschaft in Deutschland gut verankert, daneben bietet die sogenannte Kreislauftechnologie vielversprechendes Potential für die Versorgung der Bevölkerung mit dem hochwertigen Nahrungsmittel Fisch. Derzeit befinden sich in Niedersachsen elf geschlossene Kreislaufanlagen in Betrieb, welche einen Anteil von 24 Prozent aller in Deutschland vergleichbaren Anlagen ausmachen. In diesen Systemen werden vor allem afrikanische Welse, europäische Aale, -Welse, Garnelen und Zander erzeugt. Ein Großteil der niedersächsischen Betriebe hat seinen Sitz im Nordwesten des Landes, wie zum Beispiel

„Kreislaufanlagen eignen sich für die Erzeugung diverser Arten aquatischer Organismen, denn die technischen Anlagen können die Haltungsansprüche jener Organismen stabil und verlässlich nachbilden. Diese Form der Erzeugung wird nicht von der Umwelt oder sich ändernden Umweltbedingungen beeinflusst. Außerdem ermöglicht Aquakultur in Kreislaufanlagen eine transparente Erzeugung, eine detaillierte Nachverfolgbarkeit und beherrschbare Emissionen“, erläutert Stefan Feichtinger, LWK-Aquakulturexperte.

Natürliche Beleuchtung eines Fischbeckens mit Gelbschwanzmakrelen (auch Yellowtail Kingfish genannt) zur Schaffung unterschiedlicher Lichtbereiche (Bild:TODAY Zürich AG / nicolaszonvi.com)